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Plattdeutsch / Sütterlin

Plattdeutsch: "De iärste Fuorst" von Hans Sasse

Das plattdeutsche Sprachgut möchten wir fördern, deshalb veröffentlichen wir hier plattdeutsche Texte, natürlich mit Übersetzung. Diesmal ist es ein Gedicht von Hans Sasse "De iärste Fuorst" (Der erste Frost).
Foto: ga/Bildvergrößerung durch Klick auf das Bild



De iärste Fuorst

Slieken op ganz sachte Suolen
quamm de iärste Fuorst bi Nacht.
Alles, alles hätt he stuolen,
wat de Hiärfst so riek us bracht.

De Baim, de gistern güllen prangen,
staoht nu kahl un düster dao;
de Rausen laot‘t de Köppe hangen,
alles wät nu gries und grao.

He namm de Blömkes wägg dat Blaihen,
all iähre Farwen, iähre Pracht,
Hiärfstastern sint nich mähr te saihen,
dat alles stall des Fuorst bi Nacht.

Baoll staiht de Winter för de Düör,
de iärste Snai is nich mähr wiet,
düstre Dage staoht beför
doch auik de stille Wiehnachtstied.

Von Hans Sasse

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Der erste Frost

Geschlichen auf ganz sachten Sohlen
kam der erste Frost bei Nacht.
Alles, alles hat er gestohlen,
was der Herbst so reich uns gebracht.

Der Baum, der gestern herrlich prangte,
steht nun kahl und dunkel da;
die Rosen lassen die Köpfe hängen,
alles wird nun grau in grau.

Er nahm den Blumen weg das Blühen,
all ihre Farben, ihre Pracht,
Herbstastern sind nicht mehr zu sehen,
das alles stahl der Frost bei Nacht.

Bald steht der Winter vor der Tür,
der erste Schnee ist nicht mehr weit,
dunkle Tage stehen bevor
doch auch die stille Weihnachtszeit.

übersetzt von Monika Röhr u. Günther Andres

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