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Plattdeutsch / Sütterlin

Plattdeutsch auf der Ahlener Seniorenseite

Für die Freunde der plattdeutschen Sprache veröffentlichen wir hier das Gedicht "Fröhjaohr in‘t Mönsterland" von Hans Sasse (*1923  +2019) mit Übersetzung ins Hochdeutsche.
von ga/ct
Weißt du auch, wer hinter dir geht, was aus deiner Spur entsteht? Fege den Weg und wäge dein Wort: Alles ist Saat


Fröhjaohr in‘t Mönsterland


An de Wiesk dat iärste Gröön
wiess us de aolle Wiehenstamm.
Usse Mönsterland wätt nu so schön,
dat Fröhjaohr kümp met Macht heran.

Unnen in den lasten Snei
hat Kibitz sein Gelegge;
Üöwerall ist graute Frai
un wunnerlik Gewegge.

Süh den Wannerop do wöhlen,
kümp ut de kaolle Iähr herut,
will de iärste Wiärmde föhlen,
häölt in de Sunne siene Snut.

Niettelkküenink hät kein Tied,
mot sik bim Nösterbau beweggen;
de Hochtiedsdage sind nich wiet,
sein Wief will Eier leggen.

Nu frait sik alles wat do liäwet,
een Liedken ligg mi op de Tunge;
jedereen viell Hüöpnunk hiäget,
Siegg un Katt kriegt Junge.

Dat Jungvolk is so üöwermöddig,
balgt un springt äs kleine Blagen;
Gedanken sind no öüwerflötig,
män Spass häwwt se an Fröhjaohrsdagen.

Wi Aollen doot us allmanks ressen,
müegt de Tied wull tiämen,
will‘t us an de Fröhjaohrssunn
auk een bitken wiärmen.

Well Augen hät un richtig kiek,
de süht wat ick häww saihen,
dat Guottes schöne Wiält so riek
ist Kuemen, Gröönen, Blaihen.


Mit freundlicher Genehmigung von Hans Sasse aus seinem Buch:

N haugen Posten, dicket Gehaolt un däösig!

ISBN 3-8311-1207-X


Frühling im Münsterland

An den Wiesen das erste Grün
weist uns der alte Weidenstamm.
Unser Münsterland wird nun so schön
das Frühjahr kommt mit Macht heran.

Unten in dem letzten Schnee
hat der Kiebitz sein Gelege;
Überall ist große Freude
und wunderliche Bewegung.

Sieh denMaulwurf wühlen
kommt aus der kalten Erdeheraus,
will die erste Wärme fühlen,
hält in die Sonne seine Schnauze.

Zaunkönig hat keine Zeit,
muss sich beim Nestbau beeilen;
die Hochzeitstage sind nicht weit,
seine Frau will Eier legen.

Nun freut sich alles was lebt,
ein Liedchen liegt auf meiner Zunge,
jeder viel Hoffnung hegt,
Ziege und Katze kriegen Junge.

Die Jugendlichen sind so übermütig,
balgen und springen wie kleine Kinder;
Gedanken sind nicht überflüssig
mehr Spaß haben sie an Frühlingstagen.

Wir Alten ruhen uns manchmal aus,
mögen die Zeit wohl zähmen (anhalten)
wollen wir uns an der Frühlingssonne
auch ein bisschen wärmen.

Wer Augen hat und richtig sieht,
der sieht was ich habe gesehen,
dass Gottes schöne Welt so reich
ist Kommen, Grünen, Blühen.

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