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Kultur

Münsterland = "sagen" - haftes Land (13)

Weiter geht es in  unserer Serie mit der Sage um den „iserne Biabaum“ zu Lengerich
von ga/ct
Foto: Erich Westendarp

Der „iserne Biabaum“ zu Lengerich

Auf der Grenze zwischen Lengerich und Lienen steht eine alte Linde, an die sich  folgende Sage knüpft:
Im Streite rief einst ein Bauer seinem Nachbarn zu: „Ick woll, dat die de raude Hahn up et Dack krägede!“ Nach ein paar Tagen brannte das Haus wirklich ab. Der Bauer wurde der Brandstiftung beschuldigt und durch die Feme zum Tode verurteilt. Alles Beteuern seiner Unschuld nützte nichts. Das Urteil wurde vollzogen und das Schwert mit ins Grab gelegt. Beim Zuschütten brach der Gerichtsherr einen Zweig von der Linde und ließ ihn so eingraben,dass nur das abgebrochene Ende aus dem Grab hervorsah.

Dann sprach er: “Wir weihen deine Seele Gott und deinen Leib der Erde; so gewiss der Zweig  stirbt in deinem Grab, so gewiss ist deine Schuld.“

Und siehe – der Zweig starb nicht. Er schlug Wurzeln und wuchs, und aus dem Stumpf wurde eine mächtige Linde. Das war ein Gottesurteil für die Unschuld des Getöteten. Mit Grauen sah das Volk den Baum aus dem Grabe hervor wachsen. Man befestigte ein Kruzifix an der Linde und machte sie dadurch zu einem Biabaum (Betbaum). Weil sie aus dem Grabe des Schwertes gewachsen war, nannte man sie den „isernen Biabaum“. Später wusste man nicht mehr, was ein „Biabaum“ war und verwandelte den Namen in „Birnbaum“ (Biebaum) *

* Eine ähnliche Umdeutung des Namens haben auch die alten „Krüzebäume“ erfahren, die heute (1924) „kruse Bäumkes“ heißen. Sie wurden früher im Münsterland oft als Grenzzeichen gesetzt und mit einem Kreuz versehen. Auf Beseitigung derselben stand Todesstrafe.

Foto: Erich Westendarp/www.pixelio.de

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