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Freizeit

Mit dem Rad nach Schloss Westerwinkel

Unser Redaktionsmitglied Günther nimmt Sie auf seiner Radtour mit zu einem der frühesten Barockschlösser Westfalens.
von ga/ct
Foto: © ga (Schloss Westerwinkel)
Foto: ga
Foto: © ga (Birkenallee Homannsweg
Foto: © ga Blütenmeer
Foto: © ga Lungenkraut
Foto: © ga Haselnuss

Schloss Westerwinkel
eines der frühesten Barockschlösser Westfalens.

Strahlend blauer Himmel herrschte seit den frühen Morgenstunden. Nur aus dem Westen blies ein ständiger, leichter Wind. Die Prognosen der Meteorologen bestätigten sich. Es waren fast ideale Bedingungen für eine Radtour. Wir nahmen diese Situation zum Anlass, gemeinsam eine seit Tagen geplante Tagestour mit dem Fahrrad zu unternehmen. Ziel war das Schloss Westerwinkel bei Herbern. Dabei mussten auch die aufgrund der bestehenden Corona-Pandemie notwendigen Abstandsregeln eingehalten werden.

Die Fahrt führte auf Wirtschaftswegen durch die Münsterländer Parklandschaft und dabei möglichst abseits der Hauptstraßen und fernab von dem durch Autos, Lkws oder Motorräder verursachten Verkehrslärm.

Die Fahrt führte zunächst über Walstedde durch die Bauernschaft Ameke und anschließend durch Mersch und Forsthövel. Eine kurze Rast wurde am Waldrand eingelegt.

Im Walde hatten bereits die ersten Frühlingsblumen (Buschwindröschen“ zu blühen begonnen. In einigen lichten Waldbereichen bildeten deren Blüten bereits einen weißen Blütenteppich. In den Gräben begannen die Schlüsselblumen zu blühen und Sträucher trieben bereits ihre grünen Spitzen aus.

Die Fahrt wurde nach dieser kurzen Rast bis nach Herbern weiter fortgesetzt. Nach der Ortsdurchfahrt und der Überquerung der Autobahn BAB 1 erreichte man schließlich das Schloss Westerwinkel, das inmitten der gepflegten Anlagen des dortigen Golfplatzes gelegen ist.

Während einer längeren Mittagsrast wurde dort auf einer Parkbank bei einem kleinen Picknick der mitgebrachte Proviant verzehrt.

Das Schloss Westerwinkel ist eines der frühesten Barockschlösser Westfalens. Direkt bis zum Schloss führt die bekannte 100-Schlösser-Route. Ebenso beliebt ist für Wanderer der dort vorbeiführende Jakobsweg.

Urkundlich für das Jahr 1225 belegt ist die Existenz einer Burganlage in Westerwinkel.

Die Burg wechselte mehrfach den Besitzer. Bis 1430 waren die Herren von Ascheberg Inhaber der Burg. Um 1430 wurde dann Hermann von Merveldt von den Grafen von Limburg mit dem Besitz Westerwinkel belehnt. In den Besitz der heutigen Herren auf Westerwinkel, der Grafen von Merveldt, kam das Gut 1555, als Hermann von Merveldt Ursula von Diepenbrock, Erbtochter zu Westerwinkel, heiratete. Die Familie von Merveldt gehört zum westfälischen Uradel.

Die geschlossene vierflügelige Anlage wurde Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet. Die Grafen von Merveldt haben an Schloss Westerwinkel keine Umbauten vorgenommen. Aus diesem Grunde zeigen die Gebäude seit dem 17. Jahrhundert keine Veränderungen und entsprechen seitdem dem jetzigen Zustand mit Ausnahme eines Gebäudeflügels, der einem Brand zum Opfer gefallen und verschwunden ist.

Das Schloss wurde inmitten eines englischen Gartens errichtet. Es handelt sich hierbei um einen Komplex von Wassergräben, deren Ursprung im frühen Barockstil zu suchen ist und dessen Prinzipien den Wassergräben der Burg des Mittelalters entsprechen. Die Wassergräben wurden jedoch nicht zu Verteidigungszwecken ausgehoben, denn dieses System der Verteidigung war damals schon veraltet, sondern mit einer architektonischen Zielsetzung, die für den barocken Stil repräsentativ ist.

Die Gesamtanlage erstreckt sich auf zwei rechteckigen Inseln, die Gebäude liegen auf der östlichen Insel, der Garten befindet sich auf der westlichen Insel. Sehr auffallend sind die verschiedenen Perspektiven auf das Schloss bei einer Umrundung der historischen Anlage.

Die Außenbesichtigung des Schlosses ist jederzeit möglich, eine Innenbesichtigung nur im Rahmen einer Führung für Gruppen ab 8 Personen.

Nachdem sich die Teilnehmer durch das Picknick gestärkt hatten, wurde die Fahrt gemeinsam auf einem Waldweg durch den “Tiergarten“fortgesetzt. Schließlich gelangte man von Capelle nach Ascheberg und von dort aus durch die Bauernschaften Arup, Forsthövel und Rieth zurück nach Mersch. Über Ameke und Walstedde gelangte die Truppe am späten Nachmittag wieder wohlbehalten nach Ahlen. Eine schöne, aber auch anstrengende Frühlingsfahrt ging nach ca. 70 km zu Ende.

 

 

 

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