Zum Hauptinhalt springen
Allgemeines

Feuerwehr Geschichte

Liebe Leser, hier habe ich eine Geschichte für Sie gelesen, in der wird über die schwere, gefährliche Arbeit von ehrenamtlichen Einsatzkräften, in diesem Fall von der freiwilligen Feuerwehr berichtet.
von mr/gv
Igelsböck Marcus"pixelius.de

Samstagnachmittag, 16 Uhr.

Die Vorfreude auf die Gartenparty heute Abend bei Jasmin steigt. Timo ist mit seinen Gedanken schon da. Alle seine Freunde und Arbeitskollegen werden vorbeikommen. Auch Leute die man nicht so häufig sieht.

Das schrille Piepsen seines Melders holt Timo zurück in die Realität. Einsatz für den Löschzug Breinach, Gebäudebrand, vermutlich Personen im Objekt, ertönt die Durchsage.

Auf dem Weg zum Feuerwehrhaus weicht die Vorfreude der Ernüchterung, dass auch diese Fete mal wieder ohne Ihn stattfinden wird. Was werden die anderen sagen? Wieso muss das immer an solchen Tagen passieren? Doch diesen Gedanken verdrängt er direkt wieder, irgendwo da draußen braucht jemand Hilfe. Und genau das ist in diesem Moment seine Aufgabe.

Der erste Abmarsch rückt aus. Timo sitzt im Tanklöschfahrzeug. Der Trupp rüstet sich auf der Anfahrt schon mit Atemschutz aus. Timo stockt der Atem als die Stimme des Disponenten aus dem Lautsprecher des Funkgerätes ertönt. Einsatzstelle Hauptstraße 5, das dortige Kinderheim, vermutlich noch Personen im Objekt. Das Einsatzfahrzeug biegt unter Sonderrechten in die Hauptstraße ein. Vor dem unscheinbaren Haus mit der Nummer 5 haben sich schon eine Menge Schaulustiger eingefunden. Aus den Fenstern des Obergeschosses dringt dicker Qualm.

Der erste Angriffstrupp, dem auch Timo angehört, bahnt sich einen Weg ins bereits stark verrauchte Treppenhaus. Im Hinterkopf immer den Gedanken an den kleinen Knirps, der laut Aussage der Polizei noch im Haus sein muss. Die Zeit vergeht wie im Flug. Bei jedem Zug aus dem Pressluftatmer steigt die Angst, den Kleinen nicht rechtzeitig zu finden. Die Druckanzeige gibt ihm noch maximal fünf Minuten. Doch keinem der vier Kameraden im Haus will der Gedanke in den Kopf gehen, ihn nicht zu finden. Der Rauch und die Hitze werden unerträglich. Die Sicht ist gleich Null, Timo bleibt nur noch sein Tastsinn.

Das laute Pfeifen der Druckanzeige signalisiert, dass die Vier umgehend den Rückzug antreten müssen. Die Angst, dieses Wettrennen verloren zu haben, schmerzt und macht hilflos. Doch plötzlich ertastet Timos linke Hand diesen kleinen Körper. Wie selbstverständlich nimmt er ihn auf den Arm und presst ihm die zweite Maske übers Gesicht. Der Weg aus dem Gebäude scheint nicht zu enden. Sekunden kommen ihm wie Stunden vor. Der kleine Körper zeigt keine Lebenszeichen.

Im Eingangsbereich kommen Timo und den anderen schon die ersten Kollegen entgegen. Er wiegt den kleinen leblosen Körper an sich, als wäre es sein eigener Sohn. Am Rettungswagen warten schon die Sanitäter und der Notarzt auf den Kleinen und beginnen sofort mit den Erstmaßnahmen. Timo steht immer noch vorm Rettungswagen und starrt auf die geschlossene Tür. Die Erschöpfung und die Strapazen sind ihm ins Gesicht geschrieben.

Dieses unbeschreibliche Glücksgefühl, den Kleinen im Arm gehalten zu haben, wird von bloßer Angst verdrängt. Der Angst, vielleicht doch zu spät gekommen zu sein. In Timos Unterbewusstsein drängt sich wieder die gleiche Frage, wie zu Mittag. Wieso tust du das eigentlich? Warum Feuerwehr? Wieso mutest du dir das zu? Wieso Du?

Die Zeit vergeht wie im Flug bis zu dem Moment, in dem sich die Tür des Rettungswagens öffnet. Der Rettungssanitäter, der Timo eben das Kind aus dem Arm genommen hat, sieht ihn immer noch an der Stelle stehen. Er scheint die Angst und Ungewissheit bemerkt zu haben. Durch seine Daumenbewegung und sein freundliches Lächeln scheint er Timo die gute Nachricht mitzuteilen. Dieser Augenblick beschert Timo Gänsehaut am ganzen Körper. Die Zeit scheint nun still zu stehen.
Genau dieser Augenblick hat alle seine Fragen auf einmal beantwortet. Jeder Einsatz, jede Minute, die man vielleicht früher hätte anders nutzen können, hat nun einen Sinn bekommen.
Auch die ständigen Fragen von Freunden und Verwandten "Wieso machst du das eigentlich?" hat nun für immer eine konkrete Antwort!
Einer für Alle, Alle für Einen
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr

 

Zurück zur Übersicht

Mehr zum Thema Allgemeines

Allgemeines

VHS Seniorenkino Musikfilm „Yesterday“

Der Musikfilm „Yesterday“ wird im Programm des VHS-Seniorenkinos am Sonntag, 16. August um 14.30 Uhr im Cinema Ahlen aufgeführt.
Weiterlesen
Kultur

Münsterland = "sagen" - haftes Land (12)

Das Münsterland ist reich an Sagen und Liedern, die sich aus uralter Zeit durch Erzählen am Herdfeuer und in der Spinnstube erhalten haben.
Weiterlesen
Allgemeines

Fotowettbewerb „Ahlens schönste Gärten 2020“

Der Fotowettbewerb „Ahlens schönste Gärten 2020“ hat reichlich Anklang gefunden. Rund 400 Fotos von etwa 100 Personen sind bis zum Einsendeschluss vor…
Weiterlesen
Allgemeines

„SINN - Aktiv ab 50“

Einladung zur Radtour nach Sendenhorst.
Weiterlesen
Glauben und Kirche

Gedanken zum Sonntag

von unserer Gastautorin Ilse W. Blomberg........." Die ausgebreiteten Arme des Christo Redentor "
Weiterlesen
Allgemeines

Bei anderen gesehen: Lieferdienste von Supermärkten etc.

Die Lieferung von Lebensmitteln durch Supermärkte etc. nutzen immer mehr Verbraucher. NDR-Markt hat sich mit diesem Thema in der Sendung vom…
Weiterlesen