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Gastautoren

Der magische Holunderstrauch

Zahlreiche Mythen ranken sich um den Holunderstrauch.
von mk/ct
Foto: mk

Für Gärtner nur Unkraut und für andere ein magischer Strauch. Der Holunder!

Nicht nur den Germanen, auch den Kelten und anderen Völkern galt der schwarze Holunder (Sambucus nigra) als magischer Baum. Man glaubte, dass ein guter Schutzgeist darin wohnte. Darum hätte es niemand gewagt, einen Holunderstrauch zu beschneiden oder gar zu fällen. Der Brauch, beim Vorbeigehen voller Ehrfurcht den Hut vor dem Holunderbaum zu ziehen, ist in ländlichen Gegenden auch heute noch bei älteren Leuten gebräuchlich. Ein alter deutscher Spruch besagt, dass der Wanderer "vor dem Wacholder das Knie beugen und vor dem Holunder seinen Hut ziehen" solle. Darin kommt die Bedeutung zum Ausdruck, die man der Pflanze beimaß, denn man glaubte, dass der Busch negative Energien verbannen könne.

Die schützende Rolle des Holunders ist ebenso weit verbreitet wie das natürliche Vorkommen des Busches selbst. In Schweden erzählt man den Kindern, dass die Lichtgöttin Brigid in der Nacht der Sommersonnenwende in einem Holunderbusch zu sehen sei. Bei slawischen Ureinwohnern ist es der Erdgott Puschkaitus, der gemäß der dort verbreiteten Mythologie unter einem Holunderstrauch lebte. Eine andere Variante erzählt von der slawischen Erdgöttin Mokuschka, die den Holunder zum heiligen Strauch erklärt habe. In Dänemark ist die Rede davon, dass die Hollermutter im Holunder wohnt, und dass jeder Strauch ein Tor zum Reich der Unterwelt darstelle.

Wurden Holz, Blätter und Rinde des schwarzen Holunders verbrannt, handelte es sich dabei um den bewussten Versuch, Kontakt zu den Bewohnern der Schattenwelt aufzunehmen. Da der Holunder die Schwelle zur Unterwelt bewacht, sollte das Schlafen unter einem Busch vermieden werden, obwohl man dort vor Mückenstichen und Schlangenbissen geschützt war. Dunkle Wesen aus der Schattenwelt, die ihrem Reich entflohen waren oder nicht dorthin zurück fanden, wurden vom Holunder zurück geführt, weshalb um einen Strauch nachts ein unruhiges Kommen und Gehen herrschte.

Holunderbüschel, die am letzten Tag im April geschnitten und über die Tür gehängt werden, gelten vielerorts auch heute noch als Schutz vor Unheil.

Den Gebrauch der Früchte des Holunders kennen die meisten nur als Holunderblüten-Sirup oder -gelee, der wirklich sehr köstlich schmeckt und im Herbst den Holundergelee ,hergestellt aus den dunklen Beeren. Er spendet im Winter Vitamin C, und natürlich den Saft von Holunder, er stärkt die Abwehrkräfte und hilft wunderbar bei Erkältungskrankheiten.

© diekleinebenzmann

 

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