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Gastautoren

"Das Leben ist wie eine Schatztruhe"....

......meint unsere Gastautorin. Doch nicht immer hält sie Schätze für uns bereit, aber lesen Sie selbst.
von mk/ct

Das Leben ist wie eine Schatztruhe

Sang doch Udo Jürgens: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran...!“

Die Jahre habe ich nun überschritten, runde mich bald wieder. Nicht körperlich und finde mein Alter trotzdem schön.
Naja, was bleibt mir auch anderes übrig? Jünger werde ich nicht mehr...

Im Großen und Ganzen schreibt mir keiner mehr etwas vor, kann tun und lassen was ich will. Und sollte ich es einmal zu doll treiben, schreibt man es meinem Alter zu: „Ne närrische Alte. Ist wohl nicht mehr richtig im Kopf.“

Dann gibt es noch den Spruch: „Je oller, je doller!“, aber das geht nun doch nicht mehr ganz so, wie ich manchmal gerne möchte.
Gestern konnte ich noch Bäume ausreißen und heute? Heute quäle ich mich mal wieder mit steifen und geschwollenen Gelenken. Überall knirscht und knackt es, Schmerzen peinigen meinen Körper und warum? Nur weil draußen die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, und mein Körper das überhaupt nicht mag. Nun ja, es gibt Hausmittelchen und Medikamente. Trotzdem könnte ich mir an solchen Tagen die Haare raufen, muss aber da vorsichtig zu Gange sein, denn die werden auch immer weniger...
Was mir besonders auffiel, meine Kräfte lassen nach und ausgerechnet in Situationen, in denen ich ungern den Nachbarn um Hilfe bitten möchte, und auch keine Zeit ist, bis sich die Kinder aus ihrem Alltag loseisen können, um ihrer nun altersschwach werdenden Mutter aus der Patsche zu helfen.
Arbeiten, die mir unsagbar schwer fallen und davon gibt es in der letzten Zeit immer mehr, ich mache sie, indem ich vor mich hinbete: „Wenn man etwas will, richtig will, dann geht es auch!“

Aber danach... - ? - Muss ich meinen Körper wieder versuchen auf die Reihe zu bekommen.

Das Alter fordert seinen Tribut, ob ich das will oder nicht.

Ja, es gibt nun Arbeiten, bei denen ich einsehe(n) (muss), dass es auch mit guten Willen einfach nicht mehr geht. Und für mich beginnt die Zeit der „Königin“.

Arbeiten werden an andere delegiert werden müssen.

Es fällt mir nicht leicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, aber unterkriegen lasse ich mich nicht deswegen, denn das Leben ist so schön, ist es doch wie eine Truhe, angefüllt mit Gold- und Silberschätzen, ja, leider auch mal mit Tand.

© diekleinebenzmann

Anmerkung der Redaktion:
Liebe Gastautorin, unser Herrgott (wie auch immer er genannt wird) schenkt uns nicht nur das Alter, er schenkt uns auch die Gelassenheit. Vieles ist nicht mehr soooo wichtig, wie es früher einmal war. Warum sollte man nicht den Nachbarn um Hilfe bitten oder auf die Kinder warten? Sie empfinden es bestimmt nicht als Last. Sind wir nicht auch heute noch hilfsbereit, wenn es darum geht, z.B. Tipps rund ums Kochen weiterzugeben?
Vor einigen Tagen hatte ich Probleme mit einem Parkschein-Automaten. Ärgerlich über mich selbst, dass ich wieder einmal zu dumm war, um dieses Ding zu bedienen, wartete ich auf Hilfe.......die kam auch prompt. Ich kam gar nicht dazu, um Hilfe zu bitten......sie wurde mir von einem jungen Mann angeboten. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dieser Automat defekt war. Also, war ich nicht zu dumm, um den Parkschein zu lösen, sondern ich war ortsunkundig. In der hintersten Ecke gab es noch einen Automaten (der junge Mann kannte sich aus) und der funktionierte.

-ct-
 

 

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