"Niees ut Voerem" - Plattdeutsch auf der Seniorenseite

„Libbet van Poggenstohl“ unterhält  uns  mit ihrer Sicht und mit ihren Tagesgeschichten zum/aus dem Dorf. Diesmal geht es um das Thema „Sommerzeit“ (mit Übersetzung).

Pilz in Vorhelm

Summertied

Jäh, - met ursen Summer is dat ouk sowat, büs de in Gang kümp is't ouk all wieher vöbie.                                                                                                  

Et is vierl to drüge, de Riängen mäk siek auk ror. Wi mürt üm de Pöste örnlik geiten, süs vödrügt de ganzen Planten un Blömkes, un up'en Kiärkhoff mot man ouk alle Dage hen, üm to geiten.         
Öves dat is gar nich so leige, do dräp man ümmers een to't küern un so haört man ouk forts dat nieheste ut'en Duorp.
Gistern was ik jüst an'ne Kiärkhoffspaort un do kamm mi Brigitte ut Tünshüsken in'ne Moet un froch: "Libbet häs all haort, an'en  Vöremsken Bahnhof häfft se ouk inbruoken. Öves do häfft se nix funnen, dat Hus was unbewurnt. "Jau,"säch Luise, de do tou kamm, "vör paar Dage sind se up'en Kahrwägg, bi Christel un Walter instiergen. De Beiden wassen jüst bi't Fröhstück, äs Christel hellhörig wor un forts in ähre Schlaopkammer gonk.        Do satt doch tatsächlik een frümden Kerl up ähre Biärstair - de was dör dat Fenster kleiet, wat Christel to't lüften los makt har". "Oh, oh, ik stell morns ja ouk ümmers dat Schlaopkammerfenster wiet los to't Lüften,"säch Brigitte "un ik sien mangsen ganz alleene in Huse".                         
"Jä Brigitte, dann moss du wull, üm ganz sierker to gaohn, in diene Schlaopkammer fröhstücken!" "Nee, nee so wiet kümp dat noch", mennt se.
Luise gaff an: "Mi hätt een vötellt, dat se siek beküert häfft, dat se siek sölwer helpen willt, met een örndliken Knüppel willt se de Deiwe von Hus un Hof jagen." Jä häff ik dacht, so vierl to dat Thema "Ruhe in Duorp."                      
Äs ik dann endliks tom geiten kamm, stonn Mia an'ne Pump. "Na Mia,ouk no ne Kann Water halen?" "Jau", säch se,"övers de Kannen häfft alle kiene Tülle mä un dann schütt dat Water do so harut." "Jüst häff ik övers no anne Kiärkhoffsport twee Fraulüh met Tüllen up'e Kannen seihen, övers de Tüllen wassen vödreiet, so no ächten upsett." Mia fonk harre an't Lachen un säch:       "Libbet, Libbet, wenn deTülle no ächten steiht, is dat een Teeken, dat man een niehen Partner söch, weest du dat denn nich!"
Dat sin jäh Saken, nu häff ik wieher wat lährt un ik mot gurt uppassen, dat ik de Tülle von nuaff ümmers richtig drupset.

Laot ju wat, juhe Libbet!

 

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Sommerzeit

Ja, mit unserem Sommer ist es so was, bis der richtig in Gang kommt, ist er auch schon vorbei. Es ist viel zu trocken und der Regen macht sich auch rar. Wir müssen um die Häuser ordentlich gießen, sonst vertrocknen die Pflanzen und Blumen, und zum Friedhof muss man auch täglich zum Gießen. Aber das ist nicht so schlimm, da trifft man immer einen zum Reden und man erfährt auch das Neueste aus dem Dorf.
Gestern war ich gerade am Friedhofstor und da kam mir Brigitte aus Tönnishäuschen entgegen und fragte: "Lisbeth, hast du es schon gehört, am Vorhelmer Bahnhof haben sie auch eingebrochen. Aber da haben sie nichts gefunden, das Haus war unbewohnt". "Ja", sagte Luise, die dazu kam. "Vor ein paar Tagen sind sie auf dem Kahrweg bei Christel und Walter eingestiegen. Die Beiden waren gerade beim Frühstück, als Christel etwas hörte und sofort in ihr Schlafzimmer ging. Da saß doch tatsächlich ein fremder Mann auf ihrem Bett - der war durch das zum Lüften aufgestellte Fenster geklettert". "Oh, oh, ich stelle morgens auch immer mein Schlafzimmerfenster zum Lüften weit auf, und ich bin manchmal ganz allein im Haus," sagte Brigitte. "Ja, Brigitte, dann musst du wohl um sicher zu sein, in deinem Schlafzimmer frühstücken!"
"Nein, nein, so weit kommt das noch", meinte sie.
Luise sagte: "Mir hat jemand erzählt, das die Leute sich besprochen haben und sich selber helfen wollen, mit einem ordentlichen Stock wollen sie die Diebe von Haus und Hof jagen".
Ja, dachte ich, soviel zum Thema "Ruhe im Dorf".
Als ich dann endlich zum Gießen kam, stand Mia an der Pumpe. "Na, Mia, auch noch eine Kanne Wasser holen?" "Ja", sagte sie, "aber die Kannen haben alle keine Tüllen mehr und dann schießt das Wasser so daraus". "Gerade habe ich aber noch an dem Friedhofstor zwei Frauen mit Tüllen auf den Kannen gesehen, aber die waren verdreht, so nach hinten drauf gesetzt".                                
Mia fing laut an zu lachen und sagte: "Lisbeth, Lisbeth, wenn die Tülle nach hinten steht, ist es ein Zeichen dafür, dass man einen neuen Partner sucht, weißt du das denn nicht?"
Das sind ja Sachen, nun habe ich wieder etwas gelernt und muss gut aufpassen, dass ich die Tülle ab jetzt immer richtig draufsetze!!

Bis bald, eure Lisbeth!