Die "fünfte Jahreszeit"


In manchen Regionen gilt der Zeitraum, in dem Karneval gefeiert wird, als die „fünfte Jahreszeit“. Doch was hat es mit der fünften Jahreszeit auf sich und nach welchen Regeln werden die Termine für den Rosenmontag etc. festgelegt?.

Foto: Tim Reckmann

Bei Wikipedia ist u.a. zu lesen, dass die Bezeichnung „fünfte Jahreszeit“ nicht nur für den Karneval gilt. Vielmehr werden z.B. der Freimarkt in Bremen und die Starkbierzeit in Bayern ebenfalls als eine solche bezeichnet. Als „fünfte Jahreszeit“ bezeichnet man im Allgemeinen einen Zeitspanne, in dem eine Besonderheit stattfindet, welche die Menschen stark beeinflusst.

Wir bezeichnen den Karneval als „fünfte Jahreszeit“. Viele Menschen verkleiden sich, veranstalten Umzüge und feiern mehr oder weniger toll. Deshalb werden die Tage zwischen „Weiberfastnacht“ und „Aschermittwoch“ auch die tollen Tage genannt.

Die „fünfte Jahreszeit“ im Karneval beginnt am 11.11., um 11.11..
Warum gerade an diesem Tag? Der 11.11. liegt genau 40 Tage vor dem 21. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres. Am 11.11. wird in einigen Gegenden auch das Fest St. Martin gefeiert.
 
Die Karnevalstage selbst stehen in einer engen Verbindung mit dem christlichen Osterfest.
Der Ostersonntag fällt jedes Jahr auf den 1. Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Der frühestmögliche Termin ist der 21. März. Das späteste Osterdatum kann der 25. April sein.

Die „fünfte Jahreszeit“ endet am Aschermittwoch. An diesem Tag beginnt auch die 40-tägige Fastenzeit, die immer bis Ostersonntag dauert (die Sonntage in diesem Zeitraum sind fastenfreie Tage, werden also nicht mitgerechnet). Demzufolge ist also der Ostertermin ausschlaggebend für das Datum der närrischen Tage.

Aber warum dreht sich im Karneval  immer alles um die Zahl 11? Die Zahl 11 gilt als verrückte Zahl.

Als Zahl der Vollkommenheit gilt die Zahl 12 (z.B. hat der Tag zweimal 12 Stunden, 12 Stück sind 1 Dutzend, beim 12. Mann spricht man von den Fans einer Fußball-Mannschaft, die Flagge der Europäischen Union zeigt 12 Sterne auf ihrem blauen Grund als Symbol der Vollkommenheit. Die Anzahl der Sterne sind hier unveränderlich, sie sind beziehungslos zu sehen.).
Wenn also die Zahl 12 für Vollständigkeit und Vollkommenheit steht, dann steht eine Zahl darunter, die Zahl 11, genau für das Gegenteil….....eben verrückt und unvollkommen.

Der Aschermittwoch  ist  das Ende der Karnevalszeit und der Beginn der Fastenzeit.
An diesem Tag lassen sich christliche Gläubige (vorwiegend Katholiken) von einem Geistlichen ein Aschenkreuz auf ihre Stirn zeichnen. Diese Art der Segnung stammt aus dem Mittelalter. Damals wurden Sünder, die schwere Schuld auf sich geladen hatten, mit Asche bestreut und aus der Kirche vertrieben.
Dieser Brauch wurde im 15. Jahrhundert wieder belebt  und soll die Menschen an ihre Endlichkeit erinnern.

Foto: Tim Reckmann/www.pixelio.de