Gedanken zum Sonntag

"Lassen wir uns berühren" ist das Thema der "Gedanken zum Sonntag" von unserer Gastautorin Ilse W. Blomberg .

Foto: Raphael Reischuk/pixelio.de

Lassen wir uns berühren

Die berühmte Cellistin, Jaqueline du Prés, die mit ihrem Spiel die Welt bewegte, erkrankte im Jahre 1973 an Multipler Sklerose. Sie lebte mit dieser Krankheit 14 Jahre. Eine Freundin, die Jaqueline durch ihre Krankheit begleitete, erzählt:

„Ich fuhr Jaqueline im Rollstuhl aus der Klinik. Es fing an zu regnen. Jaqueline reckte die Hände in die Luft – dem Regen entgegen – und begrüßte den Regen mit einem Ausruf freudigen Staunens.“

Wenn Christen, wie der Theologe Jörg Zink,  die Natur als einen Liebesbrief Gottes an uns Menschen begreifen, dann hat Jaqueline du Prés die Botschaft der Liebe erreicht und sie freudig staunen lassen.

Hören auch wir nicht auf, freudig zu staunen, ganz gleich  in welchem Jetzt wir uns befinden und lassen uns berühren.

 

Lassen wir uns berühren

vom Regen, dessen Frische auf unsere Haut tropft,

vom Wind, der streichelnd über unser Gesicht huscht,

von der Sonne, die Lichtflecken durch Schatten tanzt,

vom Regenbogen, der farbige Wege strömt und Himmelsbrücken baut,

von Rosen, deren Duft durch Gärten fließt,

von Quellen, deren hell tönendes Rauschen in unseren Ohrmuscheln verweilt und Ruhe gibt.

Lassen wir uns berühren.

 

Ilse Blomberg    ehemalige Grund- und Religionslehrerin