Frau Schulze Hektik: Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Gestern suchte ich einen Termin für einen Kaffeenachmittag im Advent. Völlig irritiert sah ich da, dass in diesem Jahr der erste Adventssonntag
am 3. Dezember und der vierte Advent am 24. Dezember sind.

© Monroe

Der vierte Adventssonntag auf Heiligabend? Haben die sich da vertan? Das waren meine ersten Gedanken. Ich musste erst einmal googlen, um eine vernünftige Erklärung zu bekommen. Bei dieser Suche im weltweiten Netz habe ich diese schöne Frage gelesen:

"Der 24. Dezember 2017 kann meiner Meinung nach nicht gleichzeitig Heiligabend und der 4. Adventsonntag sein. Begründung: Man kann doch nicht die Geburt Jesu feiern aber gleichzeitig noch schwanger sein und auf den Geburtstermin warten, besser gesagt, sich in der Vorbereitungszeit auf das hohe Christusfest befinden."

Die Erklärung fand ich dann auch:

Der vierte Advent kann auf einen 24. Dezember fallen, weil der Heiligabend erst um 18 Uhr beginnt. Der ganze Tag und der Nachmittag gehört dem 4. Adventssonntag und ab 18 Uhr abends können wir dann singen: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens".

Somit ist Weihnachten gerettet und wir haben dann auch unseren 4. Advenssonntag noch und können singen: "Advent, Advent ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür".

Übrigens, als wir Kinder waren, war der erste Weihnachtstag eigentlich der Bescherungstag und nicht der Heiligabend wie es heute so üblich ist. Da hieß es früh ab ins Bett um 5 Uhr morgens war am ersten Weihnachtstag die Ucht.

Ucht war die Frühmesse und war ein besonders feierliches Hochamt oder Festgottesdienst. Die Kirche war sehr voll und auf dem Weg nach Hause hieß es in einer Tour: "Frohe Weihnachten" zu jedem, den man sah. Nach dem Frühstück kam die Bescherung und über die Geschenke, die wir bekamen, waren wir froh und glücklich, auch wenn es "nur" für uns Mädchen je einen Federballschläger und einen Federball sowie nötige Kleidungsstücke gab. Das Wichtigste war der "bunte Teller" wie wir ihn nannten, mit Süßigkeiten, Plätzchen, Nüsse und was etwas ganz Besonderes zur damaligen Zeit war, eine Apfelsine.

Komm heute mal einem Kind mit solchen Weihnachtsgeschenken.....!

Wir Kinder konnten uns noch richtig freuen und das Federballspielen war für meine Schwester und für mich ein ganzjähriges Vergnügen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine schöne besinnliche Adventszeit, die in diesem Jahr sehr kurz ist, weil sie erst am 3. Dezember beginnt. Den Advenskalender öffnen wir dann vor der Adventszeit und beginnen damit am
1. Dezember oder wir öffnen am ersten Adventssonntag gleich 3 Kläppchen!

Ich bin überzeugt, das bekommen wir alle auch in diesem Jahr irgendwie hin.

Mit lieben Grüßen, Ihre Frau Schulze Hektik