Miteinander füreinander im Ahlener Norden

Seit Anfang Juni kümmert sich Ingo Gall in der Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ um die Bedürfnisse älterer Menschen im Ahlener Norden. Das Projekt „Altengerechte Quartiersentwicklung Ahlen-Nord“ will Bedarfe und Wünsche der älteren Stadtteilbewohner aufnehmen, auswerten und – soweit möglich – auch in die Tat umsetzen.

Ingo Gall und Lena Leberl machen sich ans Werk den Norden seniorenfreundlicher zu gestalten

Das Projekt orientiert sich hierfür an vier Handlungsbereichen: Gemeinschaft erleben, sich versorgen, Wohnen und Wohnumfeld. Der 34-Jährige Sozialwissenschaftler will sich unter anderem darum kümmern, alleinstehende Ältere vor der Isolation zu bewahren. Erfahrungen bringt er aus verschiedenen Projekten mit. So zählte bereits die interkulturelle Öffnung eines Seniorenzentrums in Wuppertal zu seinen Aufgaben. In Ahlen will er auch die Versorgungssituation in den Blick nehmen: „Wir werden ganz genau schauen, wie es eigentlich um Einkaufsmöglichkeiten und die medizinische Versorgung im Norden steht“, beschreibt Gall einen Teil seiner künftigen Aufgabe. Kritisch hinterfragen will er auch, wie Menschen zurechtkommen, die auf Gehhilfen, Rollatoren oder den Rollstuhl angewiesen sind.

Glücklich wäre Gall, könnte das Projekt auch einen Beitrag dazu leisten, den Gemeinsinn im Ahlener Norden zu stärken. „Jeder sollte sich die Frage stellen, was man selbst tun kann, um die Lebensqualität älterer Mitmenschen im Stadtteil zu erhöhen“, wünscht sich der Projektmitarbeiter. Menschen zusammenzuführen, ist auch für Lena Leberl ein wichtiges Ziel. „Durch die verschiedenen Angebote sollen Bewohner und Akteure des Stadtteils zusammen gebracht werden und sich an der künftigen Entwicklung beteiligen können“, meint die Leiterin von „Älter werden in Ahlen“.

Mögliche Maßnahmen haben Leberl und Gall sich schon überlegt. So könnte ein interkultureller Nachbarschaftsgarten, der verschiedenste Gruppen zusammenführt, Kontakte entstehen lassen. Eine Buchtauschbörse und generationenübergreifende Vorlesetreffen fördern das Füreinander genauso wie themen- und quartiersbezogene Arbeitsgruppen. Eine gute Vernetzung untereinander soll Rückenwind geben und Ansporn sein, den Stadtteil so altengerecht wie möglich zu machen.

Dabei wird nichts ohne die Zielgruppe gehen: Gefragt sind die Ideen und Vorschläge der älteren Stadtteilbewohner. „Sie sind die Experten für ihre Wünsche und Bedürfnisse“, so Ingo Gall, Koordinator für die altengerechte Quartiersentwicklung Ahlen-Nord, „denn ein aktiver Stadtteil lebt durch das Miteinander seiner Bewohnerinnen und Bewohner.“

Kontakt zu den „Experten“ wollen Gall und Leberl unter anderem in Veranstaltungen bekommen, die auf aktives Mitwirken setzen. Es reiche nämlich laut Lena Leberl nicht aus, sich nur von guten Ideen berieseln zu lassen, es müsse auch gleich miteinander besprochen werden, wie diese umgesetzt werden können. Die SINN-Konferenz im September stelle eine erste gute Möglichkeit für den Austausch dar.

Das Projektgebiet City-Nord umfasst den nördlichen Innenstadtbereich und erstreckt sich zu den Wohngebieten Schlüting, Beumers Wiese, Im Elsken, Beesenfeld und Langst. Begrenzt wird es westlich durch die Werse und östlich durch die Bahnlinie. Von den rund 11.700 Bewohnerinnen und Bewohnern ist jeder Vierte im vorangeschrittenen Alter über 60 Jahre.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes NRW fördert das Projekt bis Februar 2018. Die Entwicklungen im Stadtteil sollen auch nach Projektende bestehen bleiben und die Möglichkeit bieten, auf das gesamte Stadtgebiet übertragen zu werden.

Für Ideen und Rückfragen steht Ingo Gall zur Verfügung unter T. 02382 4090 oder per E-Mail: ingo.gall@alter-und-soziales.de