"Niees ut Voerem" - Plattdeutsch auf der Seniorenseite

„Libbet van Poggenstohl“ unterhält  uns  mit ihrer Sicht und mit ihren Tagesgeschichten zum/aus dem Dorf. Hier die fünfte Geschichte zum Thema „Das neue Jahr fängt schon gut an!“ (mit Übersetzung)

Pils in Vorhelm

Dat niehe Jaohr fäng all gued an!

Ärsten Wiehnachtsdag was ik bi urs in’ne Kiärk – et was jäh ankünnigt waorn –Miß met Kiärkenchor. Ik har mie richtig drup freiet, dat is jä ümmers so fierlik wenn dä Chor singt. ToWiehnachten staoht de Chorsänger in Stief un Staoht üm denn Altaor. Öves äs ik in’ne Kiärke kamm, was nix von Chor to seihen.

Nanu dach ik, do stimmt doch wat nich. Dann bruse de Örgel los un Pastore trock met seine Begleitschaft von ächten in de Kiärke in. Jä, wat sall ik ju seggen, anstatt Kiärkenchor mossen wieh singen wat dat Tügg haol - een Leed no dat annere.

Äs de Miß ut was fraog ik Jupp worüm de Kiärkenchor  nich sungen häfft. Do säch hä, wieh häfft kienen mä un lait mi staohn.

Jä, gifft denn sowat, kienen Kiärkenchor mehr? Un dobie stonn Vörem doch so gued do, met sonne düftige, Musik studeerte Frau Lawong, de hätt doch richtig wat ut denn Chor maket. Wat hätt de nich alls up de Beene stellt un se har ouk sölwers son schön Stimmken.

De Lüh kammen von allerwiäggens här üm de schönen fierliken Mißen in St. Pankratius met to beliärwen.

Jä, ik kann bloß fö mie küern, et döht mie fö de Sängers un fö urs alle leed.

Libbet van Poggenstohl


---------------------------------------------------

Das neue Jahr fängt schon gut an.

Am ersten Weihnachtstag war ich bei uns in der Kirche, es war angekündigt worden - Messe mit Kirchenchor. Ich habe mich richtig darauf gefreut, es ist ja immer so feierlich, wenn der Chor singt. Zu Weihnachten stehen die Sänger immer in festlicher Kleidung um den Altar. Aber als ich in die Kirche kam, war der Chor nicht zu sehen. Nanu, dachte ich, da stimmt etwas nicht.

Als die Orgel einsetzte, zog der Pastor mit seinen Begleitern von hinten in die Kirche ein. Ja, was soll ich Ihnen sagen, anstelle des Kirchenchores mussten wir ein Lied nach dem anderen singen. Nach der Messe fragte ich Josef, warum der Kirchenchor  nicht gesungen hat. Er sagte, wir haben keinen mehr, und ließ mich stehen. Ja, gibt es denn sowas,  keinen Kirchenchor mehr? Und dabei stand  Vorhelm doch so gut da mit so einer fähigen Musikstudierten Frau Lawong, die den Chor wieder belebte; auch ihre schöne Sopranstimme kam des Öfteren zum Einsatz.

Aus der ganzen Umgebung kamen die Leute, um die feierlichen Gottesdienste in St. Pankratius mit zu erleben. Ich kann nur für mich sprechen, und sage, für die Sänger und für uns alle tut es mir sehr leid.

Lisbeth vom Pilz