"Niees ut Voerem" - Plattdeutsch auf der Seniorenseite

„Libbet van Poggenstohl“ unterhält  uns  mit ihrer Sicht und mit ihren Tagesgeschichten zum/aus dem Dorf. Hier die dritte Geschichte zum Thema „Auch der Herbst hat schöne Tage!“

Pils in Vorhelm

Auk de Hiärfst hätt schöne Dage!

Dat dach ik ouk Sundach. De Sunne lachede so schön warm von buodendaal. Mien Bärnd un ik häbbt urs up de Raer schwungen un sind Richtung Vöremsken Bahnhof faort.

Meinee wat was doch een Volk unnerwegs – tou Foot in ouk jüst äs wi met’en Rad.

Äs wi dann dör de Unnerführung tom Bosenbiärg föern, kammen wi ouk an „Grünen Wald“ vöbie, do sin wi ärst maol afstiegen.

Ik sagg to mienen Bärnd: „Weeßte no fröher, as dat hier no een Wiärtshues was, met Heinrich Dreims un sin Süster Luci? Dat wassen no Tieden. Do häbbt wi so manchen Spazeergang Sundachs hen maket un ouk schöne Fier un vierl Spaß hat“. „Jau“, säch Bärnd „do häff’k so manchen Daler biet Kartenkloppen laoten un so eenige Beerkes un Nr 3 drunken. Jäh, un vendage, kiek di dat an, is’t ne Pension fö Rüens.“.

Wi häbbt urse Raer an Kopp packet un sind to Foot an’n Busk – den Vinkewald lang schuowen.

Up’en Maol bleff Bärnd staohn un reip: „Kiek di dat es an Libbet – ne ganze Riege Poggenstaöhle, so graout äs Kinnerstaölkes“. Dat ji dat ouk gleifet, häbb ik faorts een Beld davon maket. Un äs ik aobends in dä Tagesschau dä Müer ut Ballons in Berlin saog, da dach ik, jüst so stonnen die Poggenstaöhls ouk in Busk!

Libbet von Poggenstaohl




Auch der Herbst hat schöne Tage!

Das dachte ich auch Sonntag. Die Sonne lachte so schön warm von oben.

Mein Bernhard und ich, wir haben uns auf die Räder geschwungen und sind Richtung Vorhelm Bahnhof gefahren.

Meine Güte, was war doch ein Volk unterwegs- zu Fuß und auch genau wie wir mit dem Rad.

Als wir dann durch die Unterführung zum Bosenberg gefahren sind, kamen wir auch am „Grünen Wald“ vorbei, da sind wir erst einmal abgestiegen.

Ich sagte zu meinem Bernhard: „Weiß du noch früher, als das hier noch ein Wirtshaus war, mit Heinrich Dreims und deiner Schwester Luci? Das waren noch Zeiten. Da haben wir so manchen Spaziergang sonntags hin gemacht und auch schöne Feiern und wir haben viel Spaß gehabt“. „ Ja“, sagte Bernhard „da habe ich so manchen Taler beim Kartenspielen gelassen und so einige Bierchen und Nr. 3 getrunken. Und heute, schau dir das an, ist da eine Pension für Hunde“.

Wir haben unsere Räder am Lenker gepackt und haben sie zu Fuß an dem Busch- dem Vinkenwald- lang geschoben.

Auf einmal blieb mein Bernhard stehen und rief: „Guck dir das an Liesbeth- eine ganze Reihe Pilze, so groß wie Kinderstühlchen“. Damit ihr das auch glaubt, habe ich sofort ein Bild davon gemacht. Und als ich abends in der Tagesschau die Mauer aus Ballons in Berlin sah, da dachte ich, genau so standen die Pilze auch im Busch.
Liesbeth vom Pilz