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Diesmal veröffentlichen wir das Gedicht "Daomaols" von Hans Sasse (*1923 +2019) in plattdeutscher Sprache mit Übersetzung ins Hochdeutsche.

Hans Sasse (*1923 + 2019)

Daomaols


Äs ick so‘n hennig Jüngsken waor,

Dao wass‘t nao ruhig op de Straoten;

kien Auto un kien Lastzug fuor,

man konn de Kinner laupen laoten.


Un Liäben wass in ussen Stall,

twee Siegen stonnen drin un Swien,

un Honer laipen üöwerall

in Hoff un Kamp harüm.


Un drin har usse Katt iähr Riek,

se mogg för Ordnung suorgen,

dat de Müüse nich te dick

un üöwermödig wuoren.


Von muorns froh bis aobends lat

mogg man sick drain und weggen;

alle Diers wull‘n düftig satt

op‘t warme Strau sick leggen.


Aobens, wenn ‘k in‘t Berre lagg,

haor ick de Poggen quaken.

In Diek un Tümpel waor‘n se wach,

tolustert häww‘k so faken. -


Längst is he lierig, usse Stall,

nix regt sick mähr in‘t Hüüsken,

Spinnkoppel hanget üöwerall,

drin löpp nich mähr een Müüsken.


In de Eck ligg aolt Gerümpel,

düör dat Dack slött Riängen düör.

Toschutt‘t sind ringsum de Tümpel,

un de Poggen quakt nich mähr.


Mit freundlicher Genehmigung von Hans Sasse aus seinem Buch:

N haugen Posten, dicket Gehaolt un däösig!

ISBN 3-8311-1207-X

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Damals


Als ich so ein flinker Junge war,

da war es noch ruhig auf den Straßen;

kein Auto und kein Lastzug fuhr,

man konnte die Kinder noch laufen lassen.


Und Leben war in unserem Stall,

zwei Ziegen standen drin und Schweine,

und Hühner liefen überall

im Hof und Wiese herum.


Und drinnen hatte unsere Katze ihr Reich,

sie mochte für Ordnung sorgen,

dass die Mäuse nicht zu dick

und übermütig wurden.


Von morgens früh bis abends spät

konnte man sich drehen und wenden;

alle Tiere wurden tüchtig satt

um sich auf das warme Stroh zu legen.


Abends, wenn ich im Bette lag,

hörte ich die Frösche quaken.

In Teich und Tümpel waren sie wach,

zuigehört habe ich ihnen so häufig.-


Längst ist er leer, unser Stall

nichts regt sich mehr im Häuschen,

Spinnweben hängen überall,

drinnen läuft nicht mehr ein Mäuschen.


In der Ecke liegt altes Gerümpel,

durch das Dach schlägt Regen durch

Zugeschüttet sind ringsum die Tümpel

und die Frösche quaken nicht mehr.


Anmerkung der Redaktion:
Wir haben uns bemüht, den Text von Hans Sasse genau ins Hochdeutsche zu übersetzen. Sollten dabei Fehler entstanden sein, sind wir dankbar, wenn ein lieber Leser  und Kenner der plattdeutschen Sprache uns darauf aufmerksam macht.
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