Auf den Spuren von Augustin Wibbelt (1)


Eine Radwanderung von und mit Günther

Augustin Wibbelt

1. Spruchstein (Was steht die Wiese von Blumen voll, was steigt der süße Lebensfluss. als wenn sie überschäumen wollte von lauter Lust und Mut.)

2. Spruchstein (Arbeit ist nicht das Leben ganz. Es müssen auch Blumen blühen im Grün. So will die Arbeit auch Ferien, dann bleibt das Leben jung und schön.)

Pöggsken und Gausemann

3. Spruchstein (Mach doch nicht so ein saures Gesicht, Blumen stehen gewiss auch an deinem Wege, und wenn es bloß eine Distel ist.)

Bis weit über die Grenzen Westfalens hinaus bekannt wurden die platt- und hochdeutschen Gedichte und Erzählungen, die der bekannte Priester und Dichter Augustin Wibbelt verfasst hat.

Augustin Wibbelt wurde am 19. September 1862 in Vorhelm geboren; am 14. September 1947 verstarb er in Vorhelm und wurde auf dem Hof seiner Eltern in seiner eigenen kleinen Kapelle beigesetzt.

Der frühere Ahlener Stadtgärtner Wilhelm Reiberg schaffte einst sechs Natursteine an, die jeweils mit einer Bronzetafel bestückt sind, auf denen jeweils ein plattdeutscher Spruch von Augustin Wibbelt zu lesen ist. Diese Steine fristeten zuletzt ein wenig beachtetes Dasein in einem Waldstück am Galgenberg. „Weil Wibbelt zu Vorhelm gehört“, spendete im Jahre 2018 der Heimatförderkreis für westfälische Tradition in Ahlen diese Steine nach ihrer Restaurierung dem Heimatverein Vorhelm, der diese Steine auf die drei Vorhelmer Ortsteile Dorf, Bahnhof und Tönnishäuschen verteilte – jeweils zwei pro Ortsteil. Durch ein Route sind sie miteinander verbunden.

An einem Nachmittag der vorigen Woche nahm ich dies zum Anlass, im Rahmen einer Fahrradtour die neuen Standorte aufzusuchen, um dort die Standorte dieser „Spruchsteine“ aufzufinden und zu besichtigen. In diesem Zusammenhang sollten aber auch weitere Wibbelt-Stationen aufgesucht werden.

Ich schwang mich also bei herrlichem Wetter auf mein Fahrrad und fuhr über die Parkstraße durch die Bauernschaften „Halene“ und „Jönsthövel“ in nördlicher Richtung bis zur Kreuzung „Alter Münsterweg“, in den ich nach rechts abbog. In östlicher Richtung setzte ich meine Fahrt fort bis zur Einmündung des „Nienholtweges“. An dieser Stelle links neben dem Wartehäuschen an der Bushaltestelle ist der 1. „Spruchstein“ aufgestellt.

Nach einer kurzen Pause und Besichtigung setzte ich meine Fahrt auf dem Nienholtweg in nördlicher Richtung fort. Nachdem ich die Münsterstraße überquert hatte, kam ich recht bald in den Ortsteil Tönnishäuschen.

Hinter dem früheren Biergarten des Landgasthofes, an der Zufahrt zur „Alten Schule“ ist ein weiterer „Spruchstein“, der zweite, aufgestellt.

Der Weg führte vorbei an der „Antoniuskapelle“ durch den Ortsteil „Tönnishäuschen“ bis an die Warendorfer Straße. Von dort führte mich mein weiterer Weg durch den Grafenwald, vorbei am „Haus Vorhelm“ und entlang am Hellbach bis in die Ortsmitte von Vorhelm (Dorf).

Hinter der Pfarrkirche St. Pankratius, nahe dem Abenteuerspielplatz, der nördlich vom Hellbach gelegen ist, befindet sich die von der Bildhauerin Regina Lieckenbrock entworfene Bronzeskulptur „Pöggsken und Gausemann“, die anlässlich des 50. Todestages Wibbelts im Jahre 1998 aufgestellt wurde. Daneben ist eine Tafel mit Wibbelts bekanntestem Kindergedicht "Dat Pöggsken" errichtet.

In der angrenzenden Wohnsiedlung, dort an der Stelle, wo sich die Straßen “Im Loh“ - “Am Hellbach“ kreuzen, befindet sich an dem kleinen Parkplatz der 3. “Spruchstein“.

Fortsetzung folgt!

Die Länge dieses Berichtes macht es notwendig, ihn aufzuteilen. Den 2. Teil der Radwanderung mit Günther "Auf den Spuren von Augustin Wibbelt" veröffentlichen wir in den nächsten Tagen.

Fotos: Spruchsteine und "Pöggsken und Gausemann" = ga
Quellenangabe der Übersetzungen: Heimatverein Vorhelm e.V.