Napoleon und die Marmelade


"Was hat Napoleon mit Marmelade zu tun?" werden Sie jetzt vielleicht fragen. Wenn Sie es wissen möchte, sollten sie hier noch einmal klicken.

Foto: angieconscious

Also, um es gleich vorweg zu nehmen……..Napoleon hat nicht die erste Marmelade gekocht……nein, das waren die Portugiesen. Sie haben schon im 16. Jahrhundert Quitten (portug.: marmelo) mit Zucker gekocht und nannten es "marmelada". Von Portugal aus trat sie ihren Siegeszug über Frankreich in die weite Welt an.

Die Geschichte um die berühmte Bitterorangen-Marmelade begann Ende des 18. Jahrhunderts. Damals flüchtete ein spanisches Handelsschiff vor einem Sturm in den schottischen Hafen von Dandee. Es war vollgeladen mit überreifen Bitterorangen, die eigentlich nicht mehr zu verkaufen waren. Ein schottischer Kaufmann namens James Keiller kaufte jedoch die Ladung zu einem äußerst günstigen Preis. Seine Frau verkochte die Bitterorangen mit reichlich Zucker und bot dies ihrer Kundschaft an. Da diese Marmelade sehr begehrt war, eröffnete die Familie Keiller 1797 die erste Marmeladen-Manufaktur der Welt.

Nun zurück zu Napoleon……

Dieser große Feldherr war darauf bedacht, seine getreuen Soldaten auch gut mit Lebensmitteln zu versorgen. Aus diesem Grund setzte er 12000 Goldfranc Preisgeld für denjenigen aus, dem es gelingt, Nahrungsmittel haltbar zu machen. Diese für damalige Verhältnisse unglaubliche Summe gewann im Jahre 1810 der Koch Nicolas Appert. Er hatte nämlich herausgefunden, dass Lebensmittel, die bei 100 Grad in einem geschlossenen Behälter erhitzt werden, konserviert sind.

Somit hat Napoleon maßgeblich dazu beigetragen, dass wir unsere  leckere, selbstgekochte  Marmelade auch haltbar machen können.

Die Vielfalt der heutigen Marmeladen lässt keine noch so exotische Geschmacksrichtung aus und immer wieder finden neue Kreationen ihre Liebhaber.

Dabei unterscheidet eine "Konfitüren-Verordnung" ganz genau zwischen Marmelade, Konfitüre, Konfitüre extra und Gelee.

Die Marmelade darf neben Zucker und Wasser nur aus Zitrusfrüchten hergestellt werden.

In der Konfitüre müssen 350 g Früchte (bei Johannisbeeren oder Passionsfrucht  etwas weniger) auf 1 kg Marmelade enthalten sein.

Gelee wird aus Fruchtsäften hergestellt.

Natürlich haben wir für Sie an dieser Stelle auch ein Marmeladen-Rezept

Birne-Holunder-Marmelade

 400 g reife Birnen, 600 g Holunderbeeren, 1 kg. Gelierzucker, den Saft einer Zitrone, und evtl. 6 cl Rum

Die reifen Birnen schälen und in kleine Stücke schneiden, die Holunderbeeren waschen, abtropfen und vom Stängel ablösen. Dann alles mit  dem Gelierzucker verrühren und fünf Minuten sprudelnd kochen. Gelierprobe machen, evtl. noch Rum hinzugeben. Alles heiß in vorbereitete Twist-Off-Gläser füllen, verschließen und auf den Kopf stellen.

 

…….Guten Appetit!

 

-ct-

Foto: angieconscious/www.pixelio.de