Kostbares Nass


Unsere Gastautorin erinnert sich an frühere Zeiten, vielleicht erinnern Sie sich auch!

Kostbares Nass


Kostbares Nass

Erinnerst Du Dich noch an Deine Kindheit, an einen ganz bestimmten Tag in der Woche, den Freitag oder Samstag?

Es wurde kübelweise Wasser erhitzt, entweder auf dem Kohleherd oder im Wurstkessel. Dann holte man den Wäschezuber, der zum Badezuber umfunktioniert wurde oder eine kleine tragbare Zinkwanne in die Küche. Es ging mit viel Geplansche und Gespritze los, bevor man von oben bis unten mit Seife abgeschrubbt wurde. Weiß geschäumt stand man dann in der Wanne und wurde mit einem Kübel Wasser, der über dem Kopf ausgeschüttet wurde, wieder abgeschäumt. Das war der sogenannte Badetag!

Später, als Bäder in den Häusern installiert wurden und das Wasser laufen lernte, war er ein fester Bestandteil der Woche, der Badetag. Zuerst kamen die Kleinen oder die, die am wenigsten verschmutzt waren,  in die Badewanne. So ging es durch, bis alle Familienmitglieder sauber wie blanke Kinderpopos waren, und dieselben wie ein aufgehender Mond leuchteten.

Selbstverständlich wurde das Wasser nicht verschwendet, indem es einfach in den Gully lief, nein, wenn noch Hund und Katz zum Haushalt gehörten, wurden auch sie darin noch gewaschen, und zum guten Schluss wurde das Wasser eimerweise auf den Hof geschüttet, damit dieser auch noch geschrubbt werden konnte.

Kaum ein Mensch denkt mehr so wassersparend, dass Familienangehörige hintereinander ein und dasselbe Wasser in der Badewanne benutzen würden.

Nur gut, dass mittlerweile viele Verbraucher zur Erkenntnis gelangt sind, dass Wasser ein kostbares Gut ist.

Diese großzügige Wasserverwendung, man kann es auch Wasserverschwendung nennen, wie sie einige Jahre angewendet wurde, ist wieder etwas rückläufig. Dank wassersparender Geräte, wie Waschmaschine, Geschirrspüler, spezielle Duschköpfe und Wasserhähne usw... und das Umdenken der Verbraucher.

Jeden Tag duschen ist zwar zur Normalität geworden, manch einer duscht sogar mehrmals am Tag. Aber Duschen spart Wasser, im Gegensatz zu einem Bad in der Badewanne. Manchmal kommt auch die Erkenntnis, dass zu viel waschen der Haut schadet.

© diekleinebenzmann