Ich bin zweifarbig......


.........ein nicht unbedingt ernstzunehmender Beitrag von unserer Gastautorin. Viel Spaß beim Lesen!....

Foto 1: Jörg Brinckheger

diekleinebenzmann

Die letzten Tage waren so heiß, wie keine in den letzten Jahren. Kein Wunder, dass ich da die so typische Balkonfarbe angenommen habe.....vorne braun und hinten weiß.

Wäre mein Balkon größer, oder würde ich ihn ganz leer räumen, hätte eine Sonnenliege Platz. Auf der könnte ich mich dann auch von hinten bräunen. Natürlich kann ich auch stehend die Sonne auf meiner Kehrseite empfangen, aber was würden die vorbeigehenden Menschen oder die Nachbarn von mir denken? Stehe stundenlang auf meinen Balkon herum... Außerdem, einfach nur so rumstehen ist so gar nicht mein Ding, dann lieber laufen, aber um richtig laufen zu können, ist der Balkon zu klein. Immer vor und zurück, auf fast einer Stelle laufen? Ein teures Vergnügen beim Auszug, denn bis dahin wären die Fliesen durchgelaufen.

Also muss ich dieses Problem versuchen anders zu lösen.

Zuerst habe ich den friedlich schlafenden Hund mitten in der Nacht geweckt und bin mit ihm losgegangen. Als die Sonne aufgestanden ist, habe ich mich wieder auf den Heimweg gemacht. Also, der Sonne mein Rückteil zugewandt, damit dieses von ihr gebräunt wird. Das hat aber nicht soviel gebracht, denn ich war immer noch vorne brauner als hinten. So habe ich versucht, in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages, soweit mit dem Hund zu gehen, dass auf dem Heimweg, die heiße Mittagssonne mich dann von hinten bräunt.

Natürlich sengte sie mir den letzten Rest Verstand aus dem Hirn...

Aber das ist ja alles Quark mit Soße, denn nackig durch die Gegend laufen darf man in Deutschland nur in ausgewiesenen Gebieten, und die gibt es leider in meiner Gegend nicht.Dann mitten in der Nacht, denn es war zu heiß, um schlafen zu können, habe ich mir Gedanken gemacht, um das Problem zu lösen, dass mir die Zweifarbigkeit bereitete.

Ein Drehstuhl ohne Lehne, bringt nichts, da die hinteren Oberschenkel auch wieder keine Sonne sehen. Aber die Idee mit dem Drehstuhl fand ich bemerkenswert. Die brachte mich auf einen kleinen Betonmischer. Man müsste quasi die Trommel abmontieren und einen Sitz bestehend aus einer Hühnerstange mit Sicherheitsgurten darauf montieren. Dieser Mischer macht rotierende Drehungen, bei denen ich von allen Seiten braun werden würde. Ein Spanferkelgrill mit Motor für Menschen. Meine Nachbarn würden das bestimmt sehr interessant finden, vielleicht auch den Kopf schütteln und den Notarzt rufen, und der würde mich einweisen, in die Klapsmühle. Fraglich ob ich dort brauner werde, als ich jetzt schon bin, zwischen all den weißen Laken.

Eine Möglichkeit gäbe es noch, wenn es ein Einkaufsnetz gäbe, das mehr als 65 Kilo trägt, quasi ein Raumsparmodell einer Hängematte. Durch dieses Netz kämen auch Sonnenstrahlen an die Unterseite meines „Rücksitzes“. Zwar mit Netzgittermuster, aber immerhin gebräunt.

Dann wäre noch die Möglichkeit der Verspiegelung des Balkons. Sie würde sich aber nur lohnen, wenn ich auch Yoga könnte, aber da hapert es mit dem Kopfstand, also spare ich mir mein Geld.

Vielleicht, wenn ich genug Geld zusammen gespart habe, vielleicht könnte ich dann an eine Vergrößerung des Balkons denken, damit auch eine Liege darauf Platz hat.

© diekleinebenzmann

Foto1: Jörg Brinckheger/www.pixelio.de