Plattdeutsch auf der Ahlener Seniorenseite


Hans Sasse (*1923  +2019) verfasste das Gedicht "Sine Moder" in der plattdeutschen Sprache
. Wir veröffentlichen es hier mit der Übersetzung ins Hochdeutsche.

Weißt du auch, wer hinter dir geht, was aus deiner Spur entsteht? Fege den Weg und wäge dein Wort: Alles ist Saat



Sine Moder

Se konn nich Pannkouk backen
met Siepelkes so fien;
nich Braotkatuffeln maken,
Speck dei de Moder drin.

Se konn dat Swien nich foern,
nich miälken mähr de Sieg,
äs Moder nich marachen
he waor dann örtkerig.

Se konn am Strümp nich stricken
dän aollen Gnadderpott;
se konn de Büx nich flicken
äs Moder so akraot.


Män eenen gueden Dages
do wuoret iähr de dull,
se har van sin Genörgel
de Näs gestrieken vull.


Se häwwt äm eene tunket
links, rechts wat um de Aohrn,
just so äs sine Moder
dat fröher auck all daon.


Mit freundlicher Genehmigung von Hans Sasse aus seinem Buch:

N haugen Posten, dicket Gehaolt un däösig!

ISBN 3-8311-1207-X


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Seine Mutter


Sie kann nicht Pfannkuchen backen
mit Zwiebelchen so fein;
nicht Bratkartoffeln machen,
Speck tat die Mutter rein.

Sie kann das Schwein nicht füttern,
nicht melken mehr die Ziege,
wie Mutter nicht so schwer arbeiten
er war dann unzufrieden.

Sie kann ihm Strümpfe nicht stricken
dem alten Nörgeler;
sie kann die Hose nicht flicken
so ordentlich wie Mutter es tat.

Eines guten Tages
da wurde es ihr zu toll,
sie hat von seinem Genörgel
die Nase gestrichen voll.

Sie hat ihm eine geknallt
links, rechts was um die Ohren,
gerade so wie seine Mutter
das früher auch getan hat.


Ins Hochdeutsche übersetzt von

Monika Röhr, Günther Andres u.a.