Eine besondere Nacht


Unsere Gastautorin wurde von einer Krötenwanderung überrascht,  und sie berichtet uns davon. Viel Spaß beim Lesen!

©diekleinebenzmann



Eine besondere Nacht

Um diese Uhrzeit wollte ich eigentlich schon im Land der süße Träume weilen, statt dessen befand ich mich erst auf der Heimfahrt. Viel zu spät war ich von der ausgelassenen Feier aufgebrochen, die sich erst gegen Ende der Nacht auflöste. Im Kreis von altbekannten Freunden habe ich mich sehr wohl gefühlt und die angeregten Gespräche genossen.

Übermüdet saß ich am Steuer und wusste, dass es nicht gut war. Auf der anderen Seite war ich aber auch noch zu überdreht, um an Schlaf zu denken.

Kilometer um Kilometer fraß mein Auto die unbekannte Strecke. Nicht ein Auto kam mir entgegen und auch keins fuhr hinter mir. Mutterseelen alleine befuhr ich diese Straße durch den Wald. Der Lichtschein huschte von Baumstamm zu Baumstamm, die am Straßenrand auftauchten und wieder aus meinem Blickwinkel verschwanden. Ab und zu wehten Nebelschleier über die Teerdecke.

Diese Nacht war doch wieder recht frisch geworden und mich fröstelte es etwas. Das Radio dudelte vor sich hin und die nun eingeschaltete Klimaanlage summte ihr eigenes Lied.

Und dann?

Ich trat auf die Bremse und fuhr langsamer weiter.
Ein Gefühl von Schwindel hatte mich erfasst, die Straße am Ende des Lichtkegels bewegte sich. Verdammt, was ist das?

Verschwamm, bockte und bewegte sich in Wellen.

Ich betätigte wieder die Bremse und ließ den Wagen am Rande der Straße ausrollen, legte den Leerlauf ein und zog die Handbremse an. Ich schloss für ein paar Sekunden meine brennenden Augen, danach starrte ich wieder auf die Straße.

Es war keine Halluzination!

Es war nicht die Straße, die sich bewegte, auf der Straße bewegte sich etwas in dunklen Wellen. Ich musste näher fahren, um besser sehen zu können. Langsam fuhr ich weiter, und stellte dann fest, dass diese Wellen aus Leibern bestanden, aus Leibern von Kröten.

©diekleinebenzmann