Meine Samtpfoten und der Seifenspender


Was ist für Katzen so interessant an einem Seifenspender? Diese Frage beschäftigt unsere Gastautorin in ihrer heutigen Geschichte. Viel Spaß beim Lesen!

Foto: Privat

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Hoch interessantes Küchenteil

Gestern, am späten Abend, als ich mir einen Film im Fernsehen anschaute, hörte ich immer wieder mal ein summendes Geräusch in der Wohnung. Erst dachte ich, es sind die Boxen der Anlage, dann irgendein Heizkörper. Da ich nichts fand, schob ich dieses Geräusch auf meinen Tinnitus.

Heute Morgen, ich war im Bad und macht mich Taglicht tauglich, hörte ich es wieder.
„Was ist das nur?“, fragt ich mich im Stillen und machte mich auf die Suche.
Viel zu heftig war ich aus dem Bad gestürmt und erschreckte die im Flur schlafende Jemima, die mich befremdlich ansah. Und schon wieder vernahm ich das Summen, das sich nun lauter anhörte und irgendwie auch ins Stottern geriet.

Eindeutig – es kam aus der Küche!
Baghira lag an der Spüle und machte "Müffchen" und Lilith strich um den neu angeschafften Seifenspender herum, der mit einem Infrarot-Sensor ausgestattet war.
Was ich vorfand, kann ich mir nur so erklären, dass zuerst eine der Katzen zu dicht an dem Seifenspender vorbeigekommen ist, und dann haben sie es immer wieder mit Absicht getan, um die tropfende Seife zu sehen oder weil sie das summende Geräusch so toll fanden oder eben auch beides.
Und Jemima? Sie ließ sich nicht blicken, hatte sich wahrscheinlich wieder unter dem Schrank versteckt, in dem die Spüle eingebaut war. Sie entzog sich wieder einmal, wie so oft jedem Schabernack, den Baghira und Lilith ausgeheckt haben.

Nun saßen Baghira und Lilit, kein Wässerchen trübend, auf dem Spültisch und sahen mit Begeisterung zu, wie die Flüssigseife auf die Fliesen tropfte.
Dort hatte sich schon ein beachtlicher Seifenteich gebildet und war in Gefahr "überzulaufen" in Richtung Fußboden, an den Schubladen des Unterschrankes vorbei.

Ich musste trotz der "Sauerei" herzlich lachen.
Nahm die beiden Schlitzohren und brachte sie in den Flur, damit ich die Bescherung beseitigen konnte. Anschließend durfte ich den Seifenspender neu auffüllen. Das stotternde Geräusch, das mir den Weg gezeigt hatte, war wahrscheinlich daher gekommen, weil die Seife im Behälter dem Ende zuging.

Diesmal stellte ich ihn so auf, dass keine zufällige Bewegung ihn wieder auslöste.
Und wirklich, kaum war ich aus der Küche, um mein Frühstück weiter zu genießen, da waren diese beiden Halunken schon wieder auf den Unterschrank gesprungen und versuchten ihr Glück. Der Seifenspender reagierte aber nicht mehr und wurde für Baghira und Lilith langweilig. Sie verschwanden Richtung Kratzbaum, sicher um etwas Neues auszuhecken.

Nachsatz:
Jetzt einige Zeit später, kann ich ja erzählen, dass der Seifenspender es nicht lange bei mir ausgehalten hat. Egal, wohin ich ihn auch aufstellte, meine beiden kleinen Biester bekamen es bald spitz und brachten ihn dazu, zu spenden.
Man brauchte ihn ja nur mit der Pfote solange zu schubsen, bis die Tülle des Spenders in der richtigen Richtung stand und das Spielchen mit der Seife konnte von vorne beginnen.
...Und um ihn hinter einer Tür zu verstecken, das war ja nicht der Sinn eines Infrarot-Seifenspenders.

©diekleinebenzmann