Sütterlin: "Dampfziegelei B. Beumer" (1) .....


....... ist diesmal unser Thema. Sie ist den älteren Ahlenern bestimmt noch bekannt.
Der Text wurde in Normalschrift verfasst. In der Sütterlin-Schrift gibt es ihn als PDF-Datei zum Herunterladen und Abspeichern.

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Wegen der Länge des Berichtes haben wir ihn in Teil 1 und Teil 2 aufgeteilt. Der 2. Teil erscheint in den nächsten Tagen.

Hier geht es zum Beitrag ""Dampfziegelei B. Beumer", (1. Teil)  in der Sütterlin-Schrift.

 

Dampfziegelei B. Beumer

Wer von Ahlen aus kommend über die damals noch beidseitig durch einen zahlreichen Bestand an Birnbäumen begrenzte Hammer Straße südlicher Richtung nach Hamm fuhr, konnte bereits von großer Weite das Ziegelwerk erblicken. Kurz vor dem Erreichen der Ortsgrenze stand gegenüber dem heutigen Gewerbegebiet „Kleiwellenfeld“ östlich von der Hammer Straße der mächtige Ringofen unter einem roten Ziegeldach, das mittig von einem schlanken, 45 m hohen Schornstein überragt wurde. Südlich des Ringofens stand das Maschinengebäude, in dem sich die Dampfmaschinen befanden, mit denen die für die Fertigung der Ziegel eingesetzten Maschinen betrieben wurden. Rechts und links von diesem Maschinenhaus gruppierten sich zahlreiche langgestreckte Ziegeltrockenschuppen. Östlich vom Ofen war ein rot geklinkertes Gebäude errichtet, in dem sich die Werkswohnungen für die Familien und die Gemeinschaftsanlagen (Küche, Speisesaal, sanitäre Einrichtungen pp.) für die Arbeiter befanden.


Der damalige Besitzer der Ziegelei Heinrich Beumer stellte im Jahre 1900 den Antrag auf Erteilung einer Genehmigung zur Errichtung eines Gebäudes mit Schlaf- und Speisesälen für die Ziegeleiarbeiter. Zu diesem Zeitpunkt war der Ringofen bereits vorhanden; er war errichtet nach dem Prinzip des „Hoffmannschen Ringofens“ und diente als Einrichtung zum effektiven kontinuierlichen Brennen von Ziegeln.


In Erinnerung geblieben ist noch einigen Ahlenern die von einer Diesellok gezogene Feldbahn mit ihren vielen Loren, die auf den Gleisen entlang der Straße „Im Hövenerort“ aus östlicher Richtung kommend beim Erreichen der Hammer Straße nach Süden abbog und in voll gefüllten Kipploren Mergel, Ton oder Lehm in die Ziegelei brachte.


Die Materalien wurden zwar hauptsächlich in der Nähe der Ringofenanlage an der Hammer Straße abgebaut, doch geschah dies auch auf den entfernter liegenden Lagerstätten nördlich des blauen Wasserturms an der Guissener Straße und auch am Richterbach (in Höhe der heutigen Kurt-Schumacher-Straße / Eibenstraße). In dieser Gegend gab es in einem nacheiszeitlichen Auengelände Anschwemmungen von Lehmen und Tonerden, die wegen ihrer Mächtigkeit (bis zu drei Metern) als abbauwürdig erschienen.