Auf Radtour zum Tuttenbrocksee


Die SINN-Aktiv Radfahr- und Wandergruppe vom DRK war unterwegs. Es war wieder Donnerstag 14.00 Uhr und Startpunkt das Johannes-Baldauf-Haus des DRK am Henry-Dunant-Weg in Ahlen.

Foto: ga/Tuttenbrocksee

Foto: ga/Berghalde

Foto: ga/Schafherde am Herrenhaus Pustekrey

Foto: ga/Insektenhotel am Werseradweg

Foto: ga/Wegweiser Werseradweg

Foto: ga/Drosselbauwerk

Foto: ga/Zementweg

Foto: ga/Wegweise

Foto: ga/Steinbruch mit Blick auf Beckum

Foto: ga/Blick von der Terrasse auf den Tuttenbrocksee

Foto: ga/Tuttenbrocksee mit Wasserskiseilanlage

Foto: ga/Surfer auf dem Tuttenbrocksee

Die Gruppe wurde diesmal von Günther geführt, der als Ziel der Radtour den Tuttenbrock-See in Beckum ausgewählt hatte.

Zunächst führt der Weg entlang der Werse auf einem Teilstück des ca. 125 km langen Werseradweges flußaufwärts in Richtung Beckum.

Der Werseradweg folgt über weite Strecken dem Verlauf des Flusses Werse und wurde am 29. April 2007 mit einem Sattelfest eröffnet.

An dem Gelände der ehemaligen Zeche Westfalen kommt man vorbei.

Etwa in Höhe der Berghalde, die die zweithöchste Erhebung im Kreis Warendorf bildet, stand plötzlich in einer Entfernung von 100 m ein Reh auf dem Radweg und schaute gespannt den Radfahrern entgegen. Als das Reh die Situation erkannt hatte, sprang es seitwärts in ein angrenzendes Kornfeld weg. Von dort aus beobachtete es die vorbeifahrenden Radfahrer dann weiter. Im Kornfeld war für die Radfahrer aber vom dem Reh nur noch dessen Kopf zu sehen, alle weiteren Körperteile wurden durch die hoch gewachsenen Getreidehalme verdeckt.

Auf einer Weide in Höhe des Herrenhauses „Pustekrey“ (errichtet 1614/1616) graste eine große Schafherde, die durch lautete Geblöke auf sich aufmerksam machte.

Bald quert der Radweg die „Alte Beckumer Straße“. Man gelangt auf eine Erhebung zum Drosselbauwerk, das erst vor einigen Jahren als Hochwasserschutz errichtet worden war.

Anlass zu dieser aufwändigen Baumaßnahme hatte die Hochwasserkatastrophe gegeben , die sich am 03.05.2001 ereignet hatte. Innerhalb von nur 45 Minuten fielen damals mehr als 100 Millimeter Regen pro Quadratmeter. Danach trat die Werse über ihre Ufer. Neben Beckum war ganz besonders die Stadt Ahlen (insbesondere die Zechenkolonie) vom Hochwasser betroffen

Als Gemeinschaftsobjekt, bei dem neben den betroffenen Nachbarstädten auch der Kreis Warendorf mit in einem Boot saßen, startete man die Hochwasserschutzmaßnahme.

Dabei galt es insbesondere, die in der Vergangenheit gemachten Fehler zu korrigieren. Man hatte erkannt, dass durch regulierte und begradigte Gewässer ein erhöhtes Hochwasserrisiko entstanden war. Eine Verschlechterung der Gewässergüte hatte sich ergeben und ein enormer Artenverlust und Naturferne waren entstanden.

Mittlerweile ist der Erfolg der daraufhin beschlossenen und inzwischen durchgeführten Renaturierung an der naturnahen Entwicklung der Werse deutlich zu erkennen. Der Verlauf des Flussbettes wurde in seinen ursprünglichen früheren Zustand zurückversetzt. Die Werse kann sich in die bis zu 80 m breite geschaffene „Sekundäraue“ gefahrlos ausufern. Durch diese Flußlaufveränderung und den Einbau des Drosselbauwerks wurde die Fließgeschwindigkeit des Flusses verringert (gedrosselt). Von den im Zuge der Renaturierung notwendigen massiven Bodenbewegungen sind heute kaum noch Spuren zu erkennen. Durch die Neubepflanzung mit Erlen und Weiden sowie natürliche Begrünung hat die Natur das Landschaftsbild zurückerobert. Man kann jetzt schon des öfteren wieder in diesem Bereich Fischreiher (Graureiher) oder auch Eisvögel beobachten.

Rechts und links des Weges bilden die Bäume und Sträucher Schutz vor starker Sonneneinstrahlung und brechen oder mildern etwa störende Windeinflüsse.

Nach einigen Kilometern führt der Werseradweg vorbei an der Kläranlage der Stadt Beckum und danach kreuzt man erneut die „Alte Beckumer Straße“.

Bald danach folgt eine Unterführung unter die Bundesautobahn A 2 hindurch. An der dann folgenden zweiten Wegkreuzung muss der Werseradweg in nördlicher Richtung verlassen werden. Hier gilt es zunächst die stark befahrene „Ahlener Straße“ zu kreuzen, um dann die Fahrt entlang des nordwestlichen Randes des rechts liegenden Steinbruches auf einer leicht ansteigenden Strecke fortzusetzen. Auf einem Teilstück des „Zementweges“(hierbei handelt es sich um eine insgesamt 27 km lange lokale Fahrradroute der Stadt Beckum) folgt man schließlich der Ausschilderung „Freizeitsee Tuttenbrock“.

Etwa auf halber Höhe des zum Zementweg gehörenden Teilstücks tut sich im angrenzenden Gebüsch zum Steinbruch hin eine Lücke auf. Von einer balkonartigen Terrasse bietet sich dort nach Süden ein herrlicher Ausblick über den Steinbruch. Die Silhouette der Stadt Beckum mit ihren markanten Kirchtürmen ist gut zu erkennen bis hin zur „Soestwarte“ am Höxberg.

Unmittelbar gegenüber der Einmündung des Weges in die Vorhelmer Straße kann nach Überquerung der Straße der Weg in nordöstlicher Richtung fortgesetzt gesetzt werden. Über die Bahnlinie der WLE führt eine erst vor kurzem erneuerte Stahlbrücke für Fußgänger und Radfahrer. Dort setzt man die Fahrt nach links parallel zum Verlauf der Eisenbahnlinie fort bis man nach etwa 500 m an den mit Bäumen und Sträuchern bestandenen Rand des Tuttenbrocksees gelangt. Dort kann man nach links unten auf den etwa 2,3 km langen Rundwanderweg (auch gut mit Fahrrädern befahrbar) gelangen und erreicht an dessen Ende dann den Badestrand und die Wasserskiseilanlage.

Zu der Anlage gehört ein Servicegebäude mit Gastronomiebereich. Auf der zur Gastronomie gehörenden breiten Terrasse hat man dann die Wasserskiseilanlage im direkten Blick. Dem Treiben auf dem Wasser kann man entspannt zuschauen.

Als Naherholungsgebiet mit einer Gesamtgröße von etwa 31 Hektar wurde der Freizeitsee Tuttenbrock im Jahre 1993 der Öffentlichkeit übergeben. Der ehemalige Kalksteinbruch wurde als Badesee angelegt und renaturiert. Er bietet hervorragende Bade- und Sportmöglichkeiten. Die Wasserskiseilanlage "TwinCable Beckum" gibt es seit Juli 2013. Sie ist für Anfänger und Profis bestens geeignet ist. Der Strandbereich lädt zum Sonnen und Erholen ein.

Von den Schwimmern und Tauchern der DLRG wird der See auch zu Übungszwecken genutzt.

Fahrstrecke: ca. 32 km.