"Niees ut Voerem" - Plattdeutsch auf der Seniorenseite


"Urse Duorp in Tiedenwandel!". Damit beschäftigt sich "Libbet van Poggenstohl" auf ihre ganz eigene Art (mit Übersetzung).

Urse Duorp in Tiedenwandel!

Wat geit üm in Duorp? Nu hätt dat old ingesädene Gasthues Pelmke ouk de Paorten dicht maket. Wat sall denn ut urse Vöeinsliärwen wähn. Kiene Kiergelbahn sowie groute Fieerien in Telt un de Küerie an´ne Thek gifft ouk nich mäh.

Fö manch een wet dat schwaor, kien Fröhschoppen un kien Dämmerschoppen.
Ich häff örverlegt, et wassen fröher niegen Wiärtshüser or tein un een Doktor in Vörem un nu?
Twee Doktors un een Wiärtshues.
Dat Restaurant Witten´s, do kanns gued ärten, drinken un ouk schlaopen, is jäh een Hotel. Pröhlken haollen an´ne Thek un dat nieheste ut´en Duorp höern, kann jeederen ouk.

Jä, un urse Bäckerie Düchting schlütt all um siebentein Uhr tou. Is män gued dat wieh no denn Kemper häfft, süss söch et leige ut. Un dä Banken makt bloß no twee Dage in´ne Wiärk los un dann kann´sna längst nich mä all´s affwickeln. Met de Sparbüchsen moss no Ohlen or Sennhorst. Vendage löp alls örver de Automaten, wenn de nich beideihnen kanns büs upschmierden, dat segge ik dich, ik küer ut Erfahrung.

Et is jäh män gued, dat no ewas Beständigkeit blierwen is. Met Theo´s Schmiede, Görner Schmitz, denn Lottoladen un twee Barbeers sowie Budt met de Post un urse Kiärke met Pastore.
Schöön is jäh ouk dat se in Tünshüsken denn Landgasthof wieher beliärwen willt. Ik mein so schlecht sind de Utsichten nich.
Un wenn urse Wulbert ärs maol bie urs an de Kiärke steiht un vierle Besöker kurmt, mäk de eene or annere viellicht siene Paorten wieher los.
Bloß denn Kopp nich hängen laoten, et find siek ümmers wieher klüftige Köppe mit guede Ideen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

                             Büs dohen   Juhe Libbet                                                             

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Unser Dorf im Wandel der Zeit!

Was geht um im Dorf ? Nun schloss auch noch das alt eingesessene Gasthaus Pelmke seine Pforten. Was soll aus dem Vereinsleben werden, keine Kegelbahn, die großen Feiern im Zelt, sowie die vielen Thekengespräche gibt es auch nicht mehr.

Für so manch einen wird das schwer, keinen Frühschoppen und keinen Dämmerschoppen. Ich habe mal überlegt, früher hatten wir im Ort neun oder zehn Gasthäuser und einen Arzt. und jetzt ? Zwei Ärzte und einen Gasthof.

Das Restaurant Witte, dort kann man gut essen, trinken und übernachten, denn es ist ja auch ein Hotel. Unterhaltung an der Theke pflegen und das neueste aus dem Dorf erfährt man dort auch.
Ja, und um 17 Uhr schließt auch schon unsere Bäckerei Düchting. Es ist nur gut, daß wir noch Kemper haben, sonst sähe es schlecht aus. Und die Banken haben an nur 2 Wochentagen geöffnet, leider kann man in der Zeit nicht mehr alles erledigen,selbst mit den Spardosen wird man nach Ahlen oder Sendenhorst geschickt. Heute läuft alles über die Automaten, wenn du sie nicht bedienen kannst bist du aufgeschmissen, das sage ich dir.

Gut das noch einiges an Beständigkeit geblieben ist, Theos Schmiede, Gärtnerei Schmitz, das Lottogeschäft, zwei Friseure, sowie Budt mit der Post und unsere Kirche mit dem Pastor. 

Es ist schön, daß in Tönnishäuschen der Landgasthof wieder belebt wird, die Aussichten sind gar nicht so schlecht. Wenn erst unser Wulfbert an der Kirche steht und viele Besucher kommen, eröffnet vielleicht der ein oder andere wieder sein Lokal.
Nur den Kopf nicht hängen lassen, es finden sich immer wieder schlaue Köpfe mit guten Ideen. 

                            

                            Bis dahin  Eure Liesbeth